Warum bleiben Güterzüge immer liegen?

Ich weiß nicht, wieviele das hier wissen, aber es geht mal grade um Dampfloks. Damit ist sogar die Bahn in frühen Jahren nur durch Deutschland gefahren. Und bekannterweise wird der Dampfkessel ja mit Kohlen beheizt. Nur irgendwie muss man diese ja auch vorrätig mitführen. Deswegen wurden sie in einem Wagen direkt hinter der Lokomotive aufbewahrt. Und eben diesen Wagen nannte man den “Tender”.

Wo wir beim Wort wären – “tendieren” scheint bei der Bahn auch heute noch sehr im Trend zu sein. Güterzüge scheinen besonders häufig dazu zu tendieren, liegen zu bleiben. Nicht, dass mich das was kümmern würde, aber wenn man einfach nur nach Hause will und dann eben jenes zustößt ist das höchst ärgerlich.

Also, ich bin heute Abend in München gewesen und dachte mir, ich nehm den 23-Uhr-Zug nach Hause am Hauptbahnhof. Wir sind erstaunlicherweise überpünktlich abgefahren (auf die Sekunde genau!), was ja schonmal was besonderes ist und bei der Bahn wahrlich nicht auf der Tagesordnung zu stehen scheint.

Vor Pasing dann gleich mal der erste Halt auf freier Strecke. Wobei ich das bei dem Zug nicht das erste Mal erlebe, kommt am Abend desöfteren vor. Ging dann aber nach ein oder zwei Minuten auch gleich in den Bahnhof.

Dann lief immer noch zu meinem Bedenken alles glatt. Es war zwar kalt, hatte aber nicht geschneit. (Der Witz war doof, ich weiß)

Tja, der Zug raste so vor sich hin und vor Gernlinden gabs auf einmal eine richtig kräftige Bremsung, bis wir so mit Schrittgeschwindigkeit hinkrochen und schließlich irgendwann sogar mal zum Stehen kamen.Es wusste niemand, was los war. Dann die (nur in einer Hinsicht!) erlösende Durchsage:

Verehrte Fahrgäste, aufgrund eines liegengebliebenen Güterzuges auf der Strecke vor uns wird sich unsere Weiterfahrt noch um wenige Minuten verzögern. Wir bitten um Ihr Verständnis!

So oft hatte ich das schon gelesen in der lokalen Zeitung, nie ist es mir selbst passiert. Einmal ist wohl immer das erste Mal. Fakt ist aber, die Durchsage war Schwachsinn: denn aus den “paar Minuten” wurde mehr als eine halbe Stunde. Zum Glück hatte ich ja mein “senk ju vor träwelling”-Buch dabei (siehe Amazon) und das hat perfekt gepasst. Irgendwann setzte sich der Zug dann sogar in Bewegung, man hatte es kaum mehr für möglich gehalten.

Aus der theoretischen Ankunft von 23:17 in meinem Dorf wurde allerdings 23:50…

Nunja, soviel dazu. Ich bemerke, in den letzten Tagen, habe ich irgendwie massiv viel geschrieben. Naja, auch nicht schlimm :D

 

Greetz,

Wozzap

Dienstag, 6. Januar 2009 Besonderes, Ärgernisse

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